Ein Blick hinter die Kulissen der Politik

Wirtschaftsjuniorin zu Gast im Deutschen Bundestag bei Johannes Selle

„Eine Woche lang wird ein Wirtschaftsjunior einen Einblick in das politische Berlin bekommen. Vom 9. bis zum 13. Mai nimmt er oder sie an dem 22. Know-how-Transfer der Wirtschaftsjunioren Deutschland teil und hat dadurch die Chance, einen Bundestagsabgeordneten zu Terminen, Fraktions-, Ausschuss- und Arbeitsgruppensitzungen zu begleiten.“ So oder so ähnlich war die Beschreibung, die ich bekam, als es darum ging sich für den ominösen Know-how-Transfer anzumelden, der in diesem Jahr mit rund 170 Teilnehmern der größte seiner Art werden sollte.

Da ich aus der Ölbranche kommend bisher noch nicht viele Berührungspunkte mit den Spitzenpolitikern Deutschlands hatte, ließ ich mich matchen, also einem Mitglied des Bundestags zuordnen.

Dann flatterte vor ein paar Wochen der Brief in meinen Briefkasten: Sie sind Herrn Johannes Selle von der CDU/CSU zugeordnet hieß es, mehr nicht.

Der Rest war pures Glück: Ich telefonierte mit dem Abgeordnetenbüro mit der einen von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern, die mich beide in meiner Woche in Berlin, mehr als herzlich mit Terminplänen, Privatführungen und Vorschlägen zu Sitzungsbesuchen betreuen sollten.

Auf dem Programm standen Diskussionsveranstaltungen mit Politikern wie Volker Kauder, sowie ein Zusammentreffen mit Bundeskanzlerin Merkel. Neben dem Rahmenprogramm, das für mich eine Führung durch den Bundesrat und durch den Bundestag bedeutete, bekam ich eine Einzelführung durch die Kuppel, zu der Fraktionsebene und durch das beeindruckende unterirdische Straßenleitsystem unter den verschiedenen Liegenschaften.

Der richtig spannende Part kam dann aber erst mit der Begleitung meines Abgeordneten, Johannes Selle, zu einigen seiner Sitzungen. Unter anderem ging es zu einer Abendveranstaltung unter dem Titel „Globale Allianz für Handelserleichterungen“. Nicht nur, dass im BMZ ein Werkstattgespräch im engsten Kreis stattfand, nein, ganz entgegen meiner Erwartungen waren Vertreter der Metro Group, Siemens AG, Draeger und kleinerer Unternehmen, der GIZ und anderer Ministerien vertreten. Alles andere als trockene, von der Wirtschaft abgeschottete Politik. Der nächste Termin sollte mehr so sein, wie ich mir den typischen Tag eines Politikers vorgestellt hatte, eine 4-stündige Ausschusssitzung mit verschiedensten Beiträgen zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Entwicklung in Afrika. Hier durfte ich nicht nur von langer Hand geplanten Beiträgen beiwohnen, sondern auch durch politische Brisanz und Wichtigkeit kurzfristigen Änderungen im Programm und des daraus entstehenden Beitrages zuhören.

Zwischen namentlichen Abstimmungen fanden Gespräche in kleinster Zusammensetzung mit nur zwei bis drei externen Besuchern statt. Hier ging es darum kleine Projekte umzusetzen, die Meinung aus der Filmbranche zu hören und auch dem Anliegen eines Bürgers Gehör zu schenken, der sich gerne privat engagieren wollte, was natürlich nur zu gern gesehen wird.

Herzlichen Dank an das gesamte Team und Herrn Selle persönlich für diese spannende Woche in Berlin. Dieses war zwar mein erster Know-how-Transfer, aber gewiss nicht der Letzte.

Julia Möller

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