Geplante und aktuelle Maßnahmen gegen das Coronavirus

Im Rahmen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie informiert das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) über den derzeitigen Stand seiner Arbeit sowie über die weitere Strategie, die sich auf vier Säulen stützt:

  1. Stärkung des öffentlichen Gesundheitswesens

In der Krise hat sich gezeigt, dass das deutsche Gesundheitswesen gut aufgestellt ist. Dennoch gibt es Teilbereiche, in denen das System verbessert werden kann, um es flexibler und schlagkräftiger zu machen. Hierzu sollen eingesetzt werden:

  • „Kontaktverfolgungsteams“; pro 20.000 Einwohner soll ein Kontaktverfolgungsteam von fünf Personen zum Einsatz gebracht werden.
  • Containment-Scouts; 105 Teams à fünf Personen unterstützen den Gesundheitsdienst bei der Ermittlung von Kontaktpersonen.
  • Medizinstudenten sollen für einen begrenzten Zeitraum von sechs Wochen von den Gesundheitsämtern eingesetzt werden können, um Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln.
  • Schulungen durch das Robert-Koch-Institut; das RKI unterstützt im Rahmen von Amtshilfeersuchen die Gesundheitsämter vor Ort.

Darüber hinaus sollen verschiedene technische und digitale Lösungen wie beispielsweise Apps oder Onlineplattformen zur Verfügung gestellt werden, um die Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten zu verbessern sowie die 400 lokalen Gesundheitsämter in Deutschland bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

  1. Impfen als Lösung

Die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus wäre der entscheidende Wendepunkt im Kampf gegen die Pandemie. Weltweit wird unter Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffes gearbeitet. Das Bundesgesundheitsministerium unterstützt diese Bemühungen in folgendem Maße:

  • In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das BGM die Forschung an einem Impfstoff.
  • Im Falle positiver Ergebnisse einer ersten klinischen Prüfung soll die Impfung mehrerer tausend Probanden erfolgen. Dabei sollen Haftungsrisiken durch den Bund übernommen werden.
  • Während wissenschaftliche Entwicklungen auf Hochtouren laufen, sollen bereits Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Um dafür einen Anreiz zu schaffen, wird aktuell die Gewährung von Abnahmegarantien geprüft.
  • Zur regulatorischen Unterstützung bei der Entwicklung eines Impfstoffes, erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut.
  • Da es verschiedene Herangehensweisen an die Entwicklung von Impfstoffen gibt, soll keine Fokussierung auf eine Einzelne erfolgen.
  • Beauftragung der ständigen Impfkommission, um ein risikoorientiertes Priorisierungskonzept für eine mögliche Impfoption zu entwickeln.
  1. „Testen, testen, testen“ – aber gezielt

In Deutschland wurden in den vergangenen Wochen mehr als 1,7 Mio. Tests durchgeführt. Derzeit verfügt Deutschland über Testkapazitäten von mehr als 700.000 Tests pro Woche. Es ist zu bedenken, dass für die Inanspruchnahme der Testkapazitäten auch Personal, Material und Logistik für die Probenentnahme vorhanden sein muss. Darum ist es von zentraler Bedeutung, Verfahrensabläufe weiter zu optimieren. Durch diese Maßnahmen kann es gelingen, die vorhandenen Kapazitäten bestmöglich zum Einsatz zu bringen:

  • Übermittlung von Laborergebnissen an das RKI mittels digitaler Schnittstellen ab Mai 2020.
  • Weitere Optimierung der Strategie zur Testung auf eine akute SARS-CoV-2-Infektion (PCR-Testung).
  • Entwicklung von Konzepten für Anlaufstellen zur Probenentnahme, mit dem Ziel, medizinisches Personal wirksam vor einer Ansteckung zu schützen. Dies soll mittels einer räumlichen Trennung vom normalen Praxisbetrieb realisiert werden.
  • Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) untersucht den Markt nach weiteren Testangeboten (Antigen- und Antikörperschnelltests).
  • Auswertung wissenschaftlicher Untersuchungen zur erreichten Immunität nach einer überstandenen Infektion.
  • Das BGM plant eine regelmäßige Testung, zufällig ausgewählter Personengruppen um ein besseres Bild zur Ausbreitung des Virus zu erhalten (Sentinel-Testung).
  • Minimierung von Lieferengpässen in der weltweiten In-Vitro-Diagnostika-Industrie.
  • Einbindung der Veterinärmedizin um zusätzliche Kapazitäten zur Testung auf SARS-Cov-2 freizusetzen.
  • Erprobung vereinfachter Pooling-Verfahren.
  1. Therapien, um das Virus beherrschbarer zu machen

Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt kein Medikament zur Behandlung von Covid-19 verfügbar ist, gibt es dennoch vielversprechende Therapieansätze mit Medikamenten gegen andere Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Malaria. Ziel ist es, zügig fundierte Erkenntnisse über Art, Zeitpunkt, Dosierung von geeigneten Therapieoptionen zu erhalten. Diesen Ansatz unterstützt das Bundesgesundheitsministerium wie folgt:

  • Anträge auf eine klinische Prüfung in Deutschland sollen durch das BfArM schnellstmöglich geprüft und genehmigt werden.
  • Genehmigung von Therapien mit verfügbaren Medikamenten, die erfolgreich gegen andersartige Infektionskrankheiten eingesetzt werden, („Off-lable-Use“) sollen zügig genehmigt werden.
  • Aufbau eines ausreichenden Vorrats an Arzneimitteln, bei denen es Hinweise für die Annahme gibt, dass COVID-19 Patienten von einer Behandlung profitieren können.
  • Begleitung und Unterstützung von medizinischen Fachgesellschaften, Studienzentren und Universitäten bei der Entwicklung von Studiendesigns und Therapieempfehlungen.
  • Therapien mit dem Blutplasma bereits Genesener soll im Rahmen von klinischen Studien durchgeführt werden, um Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Verträglichkeit zu erlangen.
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