Interview: Bundestagsmitglied Johannes Selle im Heimatcheck

JENA. Johannes Selle sitzt seit der Bundestagswahl im September vergangenen Jahres für Jena, Sömmerda und das Weimarer Land I im Deutschen Bundestag und stellt sich den Fragen der Ostthüringer Zeitung:
Was halten Sie vom vorgelegten Koalitionsvertrag?
Schon während der Sondierungsgespräche wurde deutlich, dass alle Seiten Kompromisse eingehen müssen. Aus meiner Sicht enthält er Anliegen aller Parteien und kann als Grundlage für die Legislaturperiode funktionieren.
Welche drei Themen in den Vereinbarungen finden Sie sehr gut?
Auch wenn das Finanzministerium an die SPD geht, halten wir an der „Schwarzen Null“ weiterhin fest. Wir werden keine weiteren Schulden aufnehmen, es wird keine Steuererhöhungen geben. Familien wollen wir durch mehr Kindergeld und durch das so genannte „Baukindergeld“ fördern und entlasten. Schulen werden mit mehr Personal und Technik ausgestattet.
Den Breitbandausbau werden wir stärker vorantreiben, damit wir flächen­deckendes Internet zur Verfügung stellen können und die Ausgaben für Entwicklung steigen im gleichen Maße wie die für Verteidigung, beide wichtigen Themen sind gekoppelt, international einmalig.
Welche drei Themen sind Ihrer Meinung nach nicht hinreichend berücksichtigt?
Die Entlastung der Leistungsträger ist zu kurz gekommen. In Zeiten der Überschüsse darf man das Versprechen nicht vergessen, das bei der Einführung von Belastungen gegeben wurde. Werden die Entlastungen nicht gewährt, entstehen natürlich Ausgaben­­ideen und es wird missachtet, dass dann auch­ wieder schwierigere Zeiten kommen könnten.
In welchem Ausschuss sind Sie aktiv?
Ich werde weiterhin ordentliches Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien sowie im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tätig sein können. Darüber hinaus bin ich stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.
Wie lauten die drei Hauptziele, für die Sie sich im Ausschuss einsetzen?
Ich werde mich erneut für die Stärkung des Denkmalschutzes einsetzen. In den letzten Jahren konnten wir vor allem mit dem Denkmalschutz-Sonderprogramm in der Fläche viele vor dem Zerfall bedrohte Kulturdenkmäler retten, viele davon auch in Thüringen. Weiterhin werde ich mich für die Förderung des Medien- und Filmstandortes Thüringen einsetzen, dazu gehört unter anderem das Internationale Kurzfilmfestival „cellu l‘art“ Jena.
Im Entwicklungsausschuss werde ich wieder mit der Situation in Afrika betraut werden. Wir müssen reformwillige Länder durch intensive Patenschaften zu einem Beispiel für mögliche Entwicklung machen, damit der Knoten endlich platzt. Denn nur wenn sich die dortigen Lebensbedingungen verbessern, können die Menschen in ihrer Heimatregion bleiben. Da brauchen wir die private Wirtschaft, die davon sogar profitieren kann.
Auf welchen sozialen Medien sind Sie aktiv ?
facebook.com/johannes.selle.5
Wo befinden sich Ihre Bürgerbüros?
Ich habe in Jena, Sömmerda und Apolda jeweils ein Bürgerbüro.
Wann haben Sie Sprechstunde?
Meine Bürgerbüros sind wochentags geöffnet. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vereinbaren im Büro oder direkt vor Ort Termine. Sprechstunden werden öffentlich bekannt gemacht und finden gelegentlich statt.
(Quelle: red, OTZ 19.02.2018)
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