Jenaer Vereine erhalten Fördermittel für integrative Maßnahmen

JENA. Die Jenaer Vereine „Integrativ Wohnen und Leben e.V.“ sowie die „Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Thüringen e.V.“ werden im Rahmen der „ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ (EUTB) bis 2020 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit rund 250.000 € bzw. 330.000 € gefördert. Darüber zeigt sich der Bundestagsabgeordnete Johannes Selle sehr erfreut.

Die EUTB unterstützt beratend Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen sowie deren Angehörige unentgeltlich, in Fragen der Rehabilitation und Teilhabe. Beide Vereine bieten für Ratsuchende aus ganz Thüringen ganzheitliche und umfassende Beratungen mit dem Ziel, weitestgehend selbstbestimmt zu leben an. Besonderes Augenmerk der Förderung liegt auf der angewendeten Methode, bei der Betroffene durch andere Betroffene beraten werden.

In Deutschland leben derzeit fast 8 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung. Weitere 19 Millionen leiden an einer chronischen Krankheit. Das bedeutet, etwa jeder Dritte in Deutschland ist betroffen. In der Vergangenheit ist der gesetzliche Anspruch den Betroffenen nicht vollumfänglich zugutegekommen. Mit dem Nationalen Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention (NAP) sollte dem abgeholfen werden. Um diesen Lückenschluss bemühen sich die Vereine vorbildlich.

Johannes Selle über die Förderung des BMAS: „Umfassende Beratungsangebote für Betroffene und deren Angehörige sind hierbei ein unverzichtbarer Teil. Es ist wichtig, die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Menschen zu stärken. Hervorzuheben ist, dass die Beratung von Menschen durchgeführt wird, die selbst eine Behinderung haben und sich dadurch gut in die Situation der Ratsuchenden hineinversetzen können“.

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